Ein wesentlicher Entwurfsgrundsatz war, die Identität und die Charakteristika (das prägende Dach, die Gliederung mittels der Betonstützen usw.) des Gebäudes bestmöglich zu erhalten, die Stärken des Gebäudes und seine Besonderheiten (Erschließung in der Mittelachse über Westseite, die Holzkonstruktion des Dachstuhls usw.) möglichst zu stärken und die aufgrund des fehlenden Raumvolumens nicht mehr in den Bestand integrierbaren Funktionen und Räume in zeitgemäßer Formensprache so dem Gebäude hinzuzufügen, dass ein stimmiges neues Gesamterscheinungsbild entsteht. Sichtbar wird dieser Transformationsprozess auch in der Materialwahl, neue Funktionen bzw. Bauteile wurden durch geänderte Oberflächenmaterialien und Farben sichtbar gemacht.
Städtebaulich grenzt die neue Einsatzzentrale im Verband mit der Hösshalle und dem neu zu errichtenden Vereinshaus einen großen freien Platz ab, der vor allem für Veranstaltungen (Dorffest, Maibaumumschneiden, Weltcupveranstaltungen usw.) verwendet werden soll und gemeinsam mit dem über einen Weg verbunden Kirchenplatz die wichtigste Querachse des Ortes darstellt. Während sich der Ort bisher vor allem entlang der Dorfstraße orientierte, wird nun durch die Abfolge der öffentlichen Plätze (Kirchplatz – Dorfplatz – Veranstaltungsplatz) und der sich daran gruppierenden Gebäude (Kirche, Gasthof, Hösshalle, Vereinshaus, Feuerwehr) eine neue Ortsmitte für das dörfliche Leben definiert. Die Orientierung der wichtigsten Räume der Einsatzzentrale hin zum Platz tragen diesem Umstand Rechnung.
Im Inneren ist das Gebäude sehr einfach organisiert. Die beiden ersten Gebäudeachsen im Erdgeschoss und die drei ersten Gebäudeachsen im Obergeschoss (der Schulungsraum kragt um eine Gebäudeachse in die Fahrzeughalle) bieten Platz für die Bereitschafts-, Kommando-, Schulungs- und Nassräume (das so genannte Kopfgebäude). Daran schließt mit insgesamt vier Gebäudeachsen die Fahrzeughalle an. Entlang der Rückseite der Fahrzeughalle wurde der schon zuvor bestehende, eingeschoßige Gebäudetrakt für dienende Funktionen wie Technik, Werkstätten und Lager wieder errichtet, darüber sorgt ein durchlaufendes Fensterband mit seinen tiefen Fensternischen für Tageslicht in der Fahrzeughalle und eine klare Zonierung in der Gestaltung des Baukörpers. Die letzte, sechs Meter breite Gebäudeachse ermöglichte den Einbau einer Schlauchwäsche, deren Abschluss durch den, vom Bau ein wenig abgerückten Schlauchturm gebildet wird. Der Schlauchturm flankiert mit dem ebenfalls über die alte Gebäudeflucht vorspringenden Kommandoraum den Vorplatz der Feuerwehr. Über dem gläsernen Vorbau des Kommandoraumes ragt die ungefähr zehn Meter breite, südostseitig, Richtung Ort, raumhoch verglaste Konstruktion des Schulungsraumes so aus der alten Dachkonstruktion, dass sowohl Traufe wie auch First ungestört durchlaufen und sich der neue Bauteil auch dank der roten Fassadenverkleidung als eigenständiger Körper selbstbewusst behauptet. Während das Kopfgebäude im Erdgeschoß funktional sehr einfach gegliedert ist, (auf einer Seite das Kommando und der Bereitschaftsraum, gegenüberliegend die Nass- und Umkleideräume) ist die vertikale Gliederung wesentlich komplexer. Die erforderlichen unterschiedlichen Raumhöhen, die Vorgaben des Bestandes, wie die Höhenlage des Balkons über dem Eingang, und das Dach ergaben ein durch eine mehrläufig, sich entlang der Erschließungsachse entwickelnde Treppenanlage erschlossenes komplexes Raumgefüge, das dank geschickt angeordneter Durch- und Ausblicke, offenen und geschlossenen Raumsequenzen und dank der ohne Setzstufen ausgeführten Stiegenkonstruktion gute Orientierung bietet und auch immer wieder durch seine Vielfältigkeit überrascht.




