Bereits 1979 wurden erste Überlegungen angestellt, die Abwasser des Stodertals nicht wie bisher über hauseigene Sickergruben abzuleiten, sondern über ein aufwändiges Leitungsnetz in eine zentrale Kläranlage umweltschonend zu entsorgen. In einem Tal, das durch kristallklare Flüsse, Bäche und Seen geprägt ist, erkannte man die Notwendigkeit eines solchen Projektes, auch wenn es mit beträchtlichen Kosten und Aufwand verbunden sein sollte.
Zehn Jahre später, nach einigen Projektvarianten und Verzögerungen, wurde der Startschuss für das in der Geschichte des Stodertals größte kommunale Bauprojekt (Investitionsvolumen insgesamt rund 22 Millionen Euro) gegeben. Nach dem Bau der Abwasserableitung vom Hutterer Höss und von den Hutterer Böden (Schigebiet) begann man 1991 mit der Errichtung der Kavernenkläranlage in Hinterstoder sowie 1992 mit den Kanalbauarbeiten in Vorderstoder. Seit 2005 wird auch das Abwasser aus der Nachbargemeinde St. Pankraz in Hinterstoders Kläranlage gereinigt.
Die Besonderheit dieser Anlage besteht in der Untertagbauweise. Aufgrund der engen Verhältnisse im Tal bzw. der tiefen Temperaturen im Winter, die die Biologie der Klärbecken negativ beeinträchtigt hätten, wurde anstelle einer Hallenkonstruktion eine Variante im Berg gewählt – eine Alternative, die in Bezug auf die Kosten nur geringfügig teurer als eine herkömmliche Anlage war, jedoch zahlreiche Vorteile aufwies.
Neben der Möglichkeit, das Klärwerk am tiefsten Punkt des Tales zu situieren und die Geruchsbelästigung von bebautem Gebiet fernzuhalten, konnten auch schmerzliche Eingriffe in das Landschaftsbild zu beiden Seiten des Steyr-Flusses in Ortsnähe vermieden werden. Weiters garantierte der umgebende Fels eine konstante Temperatur von mindestens +5 °C, was sich auf die Qualität der Klärung positiv auswirkt.
Das realisierte Projekt besteht aus zwei parallelen Stollen von rund 40 Metern Länge, die mit zwei Querstollen verbunden sind. An der Oberfläche, von der Straße aus sichtbar, befindet sich das Zugangsgebäude mit den Arbeitsbereichen, die Personal erfordern. Insgesamt wurden 15.000 m3 Fels abgetragen, um Platz für sämtliche Anlagenteile eines Abwasserklärwerks zu schaffen. Jene Häuser, die noch nicht an das Kanalnetz angeschlossen sind, können ihren Senkgrubeninhalt ebenfalls an das Klärwerk liefern lassen.
Unter dem Titel „Caverna cloaca“ entstand ein richtungsweisendes Abwasserreinigungsprojekt, das am 17. September 1994 feierlich eröffnet wurde und seitdem maßgeblich dazu beiträgt, dass die Gewässer des Stodertales so bewahrt bleiben, wie sie sind, nämlich atemberaubend schön und natürlich rein.




