Kommt man bei der Steyrbruck an, von wo man gegen Süden in das Stodertal abzweigt, so präsentiert sich das Tal spärlich besiedelt und eingezwängt zwischen bewaldeten Bergrücken mit dem Steyrfluss inmitten. Erst bei der Tambergau, einem lieblichen Vortal des eigentlichen Stodertals, öffnet sich die bergige Landschaft am Fuße des Kleine Priels bzw. des Tamberges gegen Vorderstoder und macht Platz für zahlreiche Wiesen sowie Felder.
Nach einer weiteren Stunde Fußmarsch durch den „Struben“, einer wildschönen Talschlucht, vorbei am Strumbodingwasserfall und der Kreidenlucke weichen mit einem Mal die engen Abhänge von Poppenberg bzw. Kleinem Priel zurück und weiten sich zum Stodertal in Richtung Südwest sowie zum Loigistal Richtung Osten, Richtung Vorderstoder.
Das mittlere Stodertal reicht vom Poppenberg bis zum Klinserkogel, der sich eine Stunde südlich als einsamer Waldhügel in der Talsohle erhebt und an dessen Fuße sich Steyr und krumme Steyr vereinigen. In diesem Talabschnitt liegt das Dorf Hinterstoder.
Gegen Westen verdeckt der Öttlberg teilweise den Großen Priel. Gegen Süden verbergen Wiesen- und Waldabhänge die Terrassen Farnau, Fröstlalm und das Schigebiet Hutterer Böden-Hutterer Höss.
Flussaufwärts hinter dem Klinserkogel setzt sich das Stodertal unter dem Namen „Hinterberg“ fort, abermals eine gute Stunde Fußmarsch lang, bis zum Prentner- bzw. Dietlgut. Der Hinterberg wird im Norden vom steilen Ostrawitz und vom gewaltigen Hochkastengebiet beherrscht, im Südosten, etwas weiter entfernt, vom Kreuzspitz, Hochmölbing, Schönberg sowie Türkenkarspitz.
Beim Prentner- bzw. Dietlgut hat jedoch das Tal noch nicht seinen Abschluss erreicht. Es setzt sich vielmehr über das Baumschlagerreit und den Steyrursprung bis zur Poppenalm noch rund zwei Stunden Fußmarsch lang fort. In der Poppenalm am Salzsteig ist der eigentliche Talschluss, hier, wo die Priel- und Warscheneckgruppe zusammenstoßen.
Das Stodertal hat vom vorderen Weißenbach bis zur Gemeinde- und Landesgrenze am Salzsteigjoch eine Länge von siebeneinhalb bis acht Stunden Fußmarsch, die größten Breiten erstrecken sich vom Großen Priel bis zum Hochmölbing über zehn bis zwölf Stunden oder vom Kleinen Priel bis zum Pyhrnerkampl über acht bis zehn Stunden Fußmarsch.
Nebentäler:
1. Das Tal der krummen Steyr, die Polsterlucke im weiteren Sinne. Vom Johannishof folgen wir westlich dem Lauf der Steyr bzw. der krummen Steyr und kommen zum Schiederweiher. Südlich gegen Hinterberg zu breitet sich die Klinserau aus und westlich Richtung Großer Priel die Polsterlucke. Dieses Tal dehnt sich eine dreiviertel bis eine Stunde aus und zählt zu den vorrangigen Ausflugszielen im Stodertal.
2. Das Weißenbachtal, wegen seiner Verstecktheit seltener besucht, aber wohl des Besuchens wert. Im Hinterberg mündet unterhalb des Bauernhauses „Weißenbach“ der gleichnamige Bach in die Steyr. Folgt man dem Weißenbache aufwärts, so gelangt man nach einer hübschen Wanderung im romantischen Tal zum Dietl-, Prieler- und Ober-Buchebnerreuth. Im Hintergrunde der zackige Schönberg. Das Weißenbachtal dehnt sich etwa eine Stunde aus.
3. Das Loigistal zweigt vom Stodertal am Poppenberg gegen Osten ab und setzt sich bis Vorderstoder fort; nicht zu verwechseln mit dem Hochtal Loigistal am Warscheneck. Der zu Hinterstoder gehörige Ortsteil Mitterstoder erstreckt sich über eine Gehzeit von einer halben bis dreiviertel Stunde. Nach Vorderstoder muss man mit einer weiteren Stunde Gehzeit rechnen – am Wanderweg auch deutlich länger.




