Am Rande des Dorfzentrums, in unmittelbarer Nachbarschaft von Schule und Alpineum, befindet sich seit 1997 ein Gebäude, das durch seinen markanten Schornstein auffällt. Wer hier jedoch einen Umweltsünder vermutet, der irrt gewaltig.
Denn der besagte Schornstein gehört zur örtlichen Biomasse-Nahwärme, die mit einer Anschlussleistung von rund 800 Kilowatt mehr als 20 Gebäude in Hinterstoder mit umweltfreundlicher Wärme versorgt. Neben den öffentlichen Gebäuden wie Gemeindehaus, Alpineum, Hösshalle, Volksschule, Kindergarten, Tennishalle und Pfarrhof nutzen auch zahlreiche Privathäuser und Betriebe diese komfortable Art des Heizens.
Die Wärme wird über ein 1.600 Meter langes Leitungsnetz geliefert und stammt aus dem Verbrennungsprozess von jährlich 2.000 Schüttraummetern Hackgut (klein gehacktes Holz), das überwiegend regional bezogen wird. Von diesem Nahwärmeprojekt profitieren nicht nur die heimischen Forstwirte, die den Energieträger liefern, sondern auch die Umwelt, da auf diesem Weg jährlich mehr als 200.000 Liter klimaschädliches fossiles Heizöl eingespart werden können.
Solcherart tragen die verantwortungsvollen Stoderer zur Senkung der Treibhausgasemissionen (CO2) bei und steigern durch den Kauf von etwas teurerem heimischen Brennstoff die regionale Wertschöpfung.
Warum verbrennen die Hinterstoderer ausgerechnet Holz und was ist daran umweltfreundlich?
Warum gerade Holz umweltfreundlich ist und fossiles Erdöl nicht, sei leicht erklärt. Verbrennt man Holz, so entsteht Kohlendioxid (CO2). Dieses CO2 wurde zuvor durch das Wachstum des Baumes durch Photosynthese aus der Atmosphäre gebunden. Egal, ob der Baum nun verbrannt wird oder im Wald vermodert, das während der Wachstumsphase gespeicherte CO2 entweicht wieder zurück in die Atmosphäre – ein CO2-neutraler Kreislauf eben.
Verbrennen wir fossiles Heizöl, so holen wir einen Rohstoff aus der Erde, der nur CO2 abgibt. Dieser Prozess stellt eine Einbahnstraße dar, der dazu führt, dass immer mehr CO2 in die Erdatmosphäre gelangt, was wiederum massiv zur Erderwärmung und zum Klimawandel beiträgt – und den wollen wir Stoderer bestimmt nicht.




