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GEBIRGE


Das Tote Gebirge – die imposanten Berge von Hinterstoder

Ein unheimlicher Name für eine Landschaft. Wahrscheinlich hatten die Namensgeber nicht so sehr die Gipfel, die man vom Tal aus sieht, vor Augen, sondern die Gesamtheit der vegetationslosen Gipfel, Grate und andere Erhebungen, die das Plateau gleich riesigen Wellen aufwirft. Totes Gebirge war ihnen nicht der weithin sichtbare Gebirgsstock, sondern das Felsengebirge auf dem Plateau, das Rotgschirr, der Salzofen, die Gipfel des Feuertals, der Kalten Herberg und der ganze lange Zug vom Tragl bis zum Loser, das heißt, das Gebirge auf dem Gebirge, hoch über der Baumgrenze. Und dieses Plateau ist es, das mit seiner endlosen Felswüste diese seltsame Landschaft charakterisiert.

Über 1.130 km2 erstreckt sich der ungeheure Komplex, und mehr als die Hälfte davon entfällt auf das Plateau. Die Lage des Toten Gebirges ist leicht zu beschreiben: nordöstlich vom Dachstein, ihm gegenüber und weit hinausgerückt gegen die Donau. Bad Ischl, die Perle des Salzkammergutes liegt im westlichen Ende, das Stodertal begrenzt das Gebirge im Osten. Gegen Süden reichen die Höhen bis Bad Mitterndorf, gegen Norden aber verläuft das Gebirge in waldigen Höhenzügen, die sich hie und da noch einmal zu imponierenden Felsgipfeln, wie Traunstein und der Kremsmauer, erheben.

Gebirge

Das ganze Gebilde steigt gegen Norden und Osten an. Im Norden sind die größten Abstürze, am Ostrand die höchsten Gipfel, die großen Berge des Stodertals (Großer Priel, Spitzmauer), an der südlichen Abdachung die reizenden Seen von Altaussee bis zum Schwarzensee am Salzsteig. Im weiteren Sinne rechnet man zum Toten Gebirge auch noch das Warscheneck, das sich jenseits des Stodertals erhebt und den Gebirgszug gegen das Ennstal hin fortsetzt.

Wie die meisten Gebirgsgruppen der östlichen Kalkalpen hat auch das Tote Gebirge ein großes Plateau. Die Plateaubildung der Kalkberge tritt zum ersten Mal im Salzburgerischen auf. Während die Nordtiroler Berge noch in langen, wild zerrissenen Ketten und Kämmen verlaufen, beginnt am Reiteralmgebirge und am Steinernen Meer die Ausbreitung der Gesteinsmassen zu tafelartigen Stöcken mit mehr oder minder ebenen Plattformen. Und nun folgen die Plateauberge dicht aufeinander: der Hochkönig, das Tennengebirge, der Dachstein, das Tote Gebirge und mit wenigen Ausnahmen weiter bis zur Raxalpe sowie dem Wiener Schneeberg. Beim Toten Gebirge hat diese Bildung ihre vollste Entwicklung erreicht. Ein Plateau von fast 400 km2 sucht ihresgleichen, und entsprechend der gewaltigen Ausdehnung sind auch die Einzelheiten dieser Bildung großartig wie nirgends.

Bei der Durchschnittshöhe von 1.800 m trägt das Plateau selbstverständlich keine Gletscher, aber perennierende Schneefelder gibt es in Mengen. Der höchste Gipfel, der Große Priel, ist wenig über 2.500 m, aber da sich die Taltiefe ringsum in der Meereshöhe von nur 500 bis 600m hält, erheben sich die höchsten Gipfel schon fast 2.000 m über die Täler, alle massig und breit und doch edel geformt, echtes Kalk-Hochgebirge.

Am Ostrand des Plateaus stehen die Hauptgipfel des Gebirges. Wenn der Wanderer und Bergsteiger vom Toten Gebirge spricht, dann denkt er zunächst an den Großen Priel und die Spitzmauer – die Stoderer Berge – und es schwebt ihm das entzückende Bild des ganzen Talkessels, den schon Anton von Ruthner, einer der bedeutendsten Alpinisten und Geographen des 19. Jahrhunderts, den schönsten in den ganzen Kalkalpen genannt hat, vor Augen. In Stoder ist das Gebirge von überwältigender Größe, und die Szenerien einer Polsterlucke oder Dietlhölle suchen ihresgleichen. Hier ist die ungeheure Front des östlichen Abfalls das Um und Auf der ganzen Landschaft, das packende Wahrzeichen der Gegend. Die stolzen Berge sind das Ziel und die Sehnsucht der Gäste, die ins Stodertal kommen.

Gebirge

Gliederung der Berge rings um Hinterstoder:

Die Prielgruppe (N-NW):
1. Karspitz 1.883 m
2. Sauzähne
3. Kleiner Priel 2.134 m
4. Schwarzkogl 2.089 m
5. Anglmauer 2.103 m
6. Teufelsmauer 2.187 m
7. Zwillingskogl 2.187 m
8. Großer Priel 2.514 m
9. Brotfall 2.380 m
10. Klinser-Scharte 1.805 m
11. Spitzmauer 2.442 m
12. Temelberg 2.327 m

Das Hochkastengebiet bis zum Salzsteig (W-SW):
1. Ostrawitz 1.824 m
2. Maisenberg 2.115 m
3. Bösenbühel 2.277 m
4. Großer Hochkasten 2.388 m
5. Kleiner Hochkasten 2.349 m
6. Brandleck 2.246 m
7. Hebenkas 2.287 m
8. Mitterberg 2.185 m
9. Kraxenberg 2.198 m
10. Brigglersberg 2.152 m
11. Gamsspitz 2.061 m
12. Salzsteigjoch 1.733 m

Die Warscheneckgruppe (S):
1. Almkogel 2.121 m
2. Sneslitzspitz 2.100 m
3. Hochsteinscharte 1.755 m
4. Hochsteineibl 1.907 m
5. Hirscheck 2.072 m
6. Türkenkarscharte 1.741 m
7. Kleine Scheibe 1.843 m
8. Große Scheibe 1.856 m
9. Schönberg 2.146 m
10. Hochmölbing 2.341 m
11. Kreuzspitze 2.327 m
12. Schrocken 2.281 m
13. Elm 2.203 m
14. Pyhrnerkampl 2.241 m
15. Mitterberg 1.840 m
16. Warscheneck 2.388 m
17. Rossarsch 2.205 m
18. Toter Mann 2.131 m
19. Ramesch 2.119 m
20. Lagelsberg 2.008 m
21. Kupferspitz 1.721 m

Weitere Berge:
1. Poppenberg 860 m
2. Steyersberg 1.007 m
3. Tamberg 1.188 m
4. Ötlberg 1.342 m
5. Klinserkogl 794 m


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