In Zusammenarbeit mit der Agrar- und Forstbehörde, der Naturschutzbehörde und der Wildbachverbauung des Bezirks Kirchdorf/Krems sowie der Gemeinde Hinterstoder wird im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums in einem stufenweisen Ansatz ein Naturraumentwicklungskonzept erstellt.
Als Basisarbeit werden in dem Pilotprojekt die einzelnen Bereiche des Naturraumes in einem regionalen Maßstab analysiert und in Karten dargestellt. Mit dem digitalisierten Kartenwerk stehen nun nachvollziehbare Datenbestände zur Verfügung, welche in Bezug auf Raumplanung in Zukunft differenziertere Betrachtungsweisen ermöglichen und nachhaltige Entscheidungen erleichtern.
Die Forstleute, Grundbesitzer, die Jägerschaft und die Bauern des Ortes sind in die Konzeptionierung ebenso eingebunden wie die Verantwortlichen des Tourismus und der Seilbahngesellschaft und entwickeln in zum Teil akribischer Detailarbeit ihre spezifischen Anforderungsprofile.
Ziel dieser Konzeptarbeit ist es, Hinterstoder als eine Modellregion mit intaktem Kultur- und Naturraum zu entwickeln, wo wirtschaftliche Bedürfnisse und ökologische Empfehlungen berücksichtigt und optimal aufeinander abgestimmt werden.
Beispiel Almwirtschaft:
Die im Zusammenhang mit dem Naturraumentwicklungskonzept erstellte Orthokarte diente als Grundlage für eine Darstellung des Zustandes der Almen im Gemeindegebiet von Hinterstoder.
Nach einer wissenschaftlichen Auflistung der Almen in der Priel- und Warscheneckgruppe von Univ. Doz. Dr. Hans Krawarik (In: OÖ. Heimatblätter 51,1997, Heft 2) wurden diese in Zusammenarbeit mit DI Siegfried Ellmauer von der Agrarbehörde OÖ. (Alm- und Forstdienst), Ing. Braunreiter von der Bezirksbauernkammer Kirchdorf, Hofrat Mag. Kurt Russmann von der Naturschutzbehörde Kirchdorf in die Orthokarte eingetragen und mit Beratung des ortsansässigen Almbauern Werner Hackl, Schmalzerhof, beschrieben.
Von ehemals 68 bestehenden Almen waren 1940 noch 30 in den Sommermonaten mit Rindern und Schafen bestoßen. Mit der Auflassung der Milchviehalpung (1945-1960) wurden es immer weniger, sodass im Jahre 2000 nur mehr zirka 15 Almen als bewirtschaftet gelten.
Almwirtschaft in der Vergangenheit – Schlüssel zur Autarkie der Bauern In dem engen Gebirgstal war es für die Bauern eine Notwendigkeit und Selbstverständlichkeit, sich selbst versorgen zu können. Neben dem Anbau von Getreide, Flachs, Gemüse und Obst nahm die Viehwirtschaft einen wesentlichen Stellenwert im streng geregelten Arbeitsablauf des bäuerlichen Jahreskreises ein.
Die Almwirtschaft in den Sommermonaten ermöglichte die Rinderhaltung und bestimmte wesentlich diese autarke bäuerliche Wirtschaftsform. Das Heu der zwei Sommermahden im Tal diente als Futtervorrat für den Winter. Während der warmen Jahreszeit, also im Frühsommer um Sonnenwende wurden die Tiere auf die Alm getrieben, wo sie ein Halter und die Schwoagerin (Sennerin) betreuten. Die Bewegung in der frischen Gebirgsluft und das nahrhafte Almfutter machten die Tiere widerstandsfähig und gesund. Zuerst wurden die Niederalmen, die Reithen, aufgesucht und im Hochsommer ging es auf die Hochalmen, wo das Vieh blieb, bis die Witterungsverhältnisse wieder den Weg Richtung Tal bestimmten. Nach der Zwischenstation im Reith ging es Anfang/Mitte September in feierlichem Almabtrieb wieder nach Hause in den heimischen Stall.
Die Almen an den Südabhängen des Kleinen Priel und des Großen Priel waren aufgrund der entlegenen Steillagen und des Wassermangels hier im Karstgebiet sehr umständlich zu betreiben. Zum Großteil wurden diese Almen von den nachkommenden adeligen Großgrundbesitzern zu Jagdhütten umfunktioniert oder sie verfielen sehr rasch. Damit gingen auch wichtige Äsungsflächen für das Wild verloren.
Die Almen im Gebiet der Huttererböden und der Hutterer Höss waren/sind etwas leichter zugänglich und deshalb auch heute noch zum Teil bestoßen und bewirtschaftet.




