Die Seele baumeln lassen, in sich hineinhören und den eigenen Körper bewusst erleben – Urlaub im Stodertal lässt sich bequem mit einem „Wellness“-Programm der anderen Art verbinden. Dazu braucht es nicht mehr als die weltberühmten Heilmethoden von Sebastian Kneipp – attraktiv in die Kneipp-Promenade der Rundwanderwelt Hinterstoder eingebettet.
Beim Dorfbrunnen beginnend findet sich auf einer Promenier-Runde von einer 3/4-Stunde Gehzeit eine Reihe von Stationen, die den fünf Säulen der Kneipp-Methode entsprechen. Mit dem Stoderzeit-Wanderspiel im gegenüber dem Gemeindehaus gelegenen Park kann man sich spielerisch auf die Kneipp-Promenade einstimmen. Der Meditationsplatz „Panta rhei“ – direkt am Ufer der Steyr – lädt zum Innehalten ein, bevor man zur Hauptattraktion, der Kneipp-Anlage mit der Stoderzeit-Organuhr, gelangt.
In diesem frei zugänglichen Wellness-Park, der vom kristallklaren Wasser der Steyr gespeist wird, lassen sich die Anregungen von Pfarrer Kneipp zu einer gesunden Lebensweise, unterstützt von Erläuterungstafeln, leicht selbst probieren und praktizieren. Im Wechselspiel von Aktivität und Erholung, Bewegung und Ruhe sowie Anspannung und Loslassen erlebt man das „Panta rhei“ – das „Alles fließt“ – am eigenen Körper. Kneipp’sche Anwendungen steigern den Energiefluss und trägt damit zur Erhaltung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit bei.
Kurz gesagt: Die Benutzung der Kneipp-Promenade steigert Ihr Wohlbefinden. Dazu wünscht hinterstoder.pur viel Vergnügen.
Kneippen – Gesundheitsprogramm basierend auf fünf Säulen
Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) wurde durch seine Wasserkuren berühmt. Als Gesundheits- und Abhärtungsapostel machte der Pfarrer das Wassertreten und medizinische Güsse bekannt. Viele Menschen wissen jedoch nicht, dass seine Lehre über die Wasseranwendungen hinaus ging. Ebenso wichtig waren Kneipp Bewegung, Ernährung sowie der Einsatz von Heilpflanzen. Er legte Wert auf einfaches, gesundes Essen und maßvolle Lebensführung. Sein oberstes Prinzip galt der Vorbeugung getreu dem Motto: „Wer bewusst gesund lebt, wird eben (fast) nie krank.“
Trotz zahlreicher Fortschritte der modernen Medizin und veränderter Lebensweise sind die Ratschläge und Behandlungsverfahren von Pfarrer Kneipp heute wertvoller denn je. Als Pionier der Ganzheitsmedizin betrachtete er Körper, Seele und Geist stets als Einheit, die durch das Zusammenspiel von fünf Säulen – Wasser, Bewegung, Ernährung, Kräuter und Lebensfreude – gesund gehalten werden können.
Wasser:
Die Kneipp-Hydrotherapie mit kaltem, temperiertem, warmem oder heißem Wasser hat heute einen fixen Platz in der modernen Medizin. Durch Wasseranwendungen kann man sowohl einen Soforteffekt als auch einen Langzeiteffekt erreichen. Dabei handelt sich um eine Reiztherapie, die auf das körpereigene Temperaturregelsystem wirkt. Die Temperatursensoren der Haut werden vom Wassermantel aktiviert und veranlassen den Körper zu (ausgleichenden) Gegenmaßnahmen. Durch bestimmte Reize können auch korrespondierende innere Organe positiv beeinflusst werden.
Bewegung:
Bewegung hat einen hohen Stellenwert in der Kneipp’schen Lehre. Regelmäßige Bewegung schützt Herz und Kreislauf, baut Stress ab und entspannt. Bewegung fördert zudem einen erholsamen Schlaf und bringt Verdauung bzw. Stoffwechsel in Schwung. Wer die Kneipp-Promenade regelmäßig entlangspaziert, die Kneipp-Anlage sowie die Organuhr mit ihren Barfußfeldern und Fußparcourselementen nutzt, der stärkt seine Abwehrkräfte.
Ernährung:
Gesunde Ernährung nach dem Prinzip der Vollwertkost: so natürlich wie möglich, viel Frischkost, Getreide und native Pflanzenöle. Genussgifte wie Alkohol, Nikotin oder auch Zucker sind einer gesunden Lebensweise nicht zuträglich. Ausgewogene, fettarme und frische Nahrungsmitteln schmecken und dienen der inneren Ausgeglichenheit und Lebensfreude.
Kräuter:
Pflanzen werden seit Menschengedenken zu Heilzwecken eingesetzt. Pflanzen sind Vitaminspender, ihre ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe dienen der Bekämpfung von Bakterien, wirken krampflösend und desinfizierend. Mild wirkende Heilkräuter werden in Form von Tees, Säften, Salben oder Badezusätzen verwendet. Darüber hinaus entspannt und beruhigt der Duft der Heilkräuter.
Lebensfreude:
Bei all dem gesunden und bewussten Leben darf jedoch die Lebensfreude nie fehlen. Auf der Kneipp-Promenade findet man aus diesem Grund einen steinernen Spieltisch im Park gegenüber vom Gemeindehaus, wo man sich mit dem Stoderzeit-Wanderspiel mit ein paar Kieselsteinen vom Boden auf die Kneipp-Promenade „einspielen“ kann.
Kneipp-Anlage
Kaltes Armbad:
Erst den rechten, dann den linken Arm soweit wie möglich in das Wasser eintauchen. Langsam von 1 bis 15 zählen und dabei ruhig weiteratmen. Arme aus dem Becken heben, Wasser leicht abstreifen und sofort bewegen. Einmal wiederholen.
Wasseranwendungen sind hilfreich bei:
• Müdigkeit, Abgespanntheit,
• körperlichem und geistigem Leitungsabfall,
• nervösem Herzjagen, Herzirritationen (ohne organischer Herzerkrankung),
• intensiver Hitzebelastung,
• lokalen akuten Entzündungen und stumpfen Verletzungen.
Tipp: Aufwärmen nicht vergessen – der Körper muss vor den Wasseranwendungen warm sein!
Knieguss:
Man beginnt am rechten Fuß, mit der kleinen Zehe, und führt den Wasserstrahl einmal bis zum Knie, einmal um das Knie herum und dann wieder zurück zur großen Zehe. Das Ganze wiederholen, danach den linken Fuß begießen und am Ende die Fußsohlen behandeln. Füße warmlaufen oder sofort Socken sowie Schuhe anziehen.
Hinweis: Wasseranwendungen sollten bei folgenden Erkrankungen nicht durchgeführt werden:
• organischen Herzerkrankungen,
• krankhaft erhöhtem Blutdruck,
• Harnwegsinfektionen, Blasen- und Nierenleiden,
• chronisch entzündlichen oder degenerativen rheumatischen Beschwerden.
Wassertreten:
Etwa 30 bis 40 Schritte im Storchengang machen. Das Bein bei jedem Schritt zur Gänze aus dem Wasser ziehen und dann wieder hineinstellen. Danach das Wasser abstreifen und die Beine im Trockenen warmlaufen – nicht abtrocknen – sofort Strümpfe und Schuhe anziehen.
Hinweis: Eine kräftige Rötung der Waden signalisiert ein gut reagierendes Gefäßsystem. Wassertreten wirkt am Abend schlaffördernd.
Tipp: Bei regelmäßiger Wiederholung steigern sich die körpereigenen Abwehrkräfte, Herz und Kreislauf werden stabilisiert.
Tipp: Armbad und Fußbad niemals unmittelbar nacheinander ausführen!
Stoderzeit-Organuhr
Jedes Organ hat seine Zeit:
Die Organuhr, die als Barfußweg angelegt und mit Fußparcourselementen bestückt ist, hat eine 24-Stundenordnung. Das 12-Stundenfeld muss somit zweimal umschritten werden. Das Gehen mit bloßen Füßen auf den unterschiedlichen Oberflächen regt über die Fußreflexzonen die inneren Organe an und trainiert diese. Die Oberflächen sind in Farbe und Struktur auf die Organe abgestimmt: „Herz“ beispielsweise ist in veronarotem Rundkiesel ausgeführt.
Funktionsstörungen der inneren Organe sind anhand der Organuhr abzulesen. Bei energetischen Störungen macht sich das entsprechende Organ zu dieser Zeit bemerkbar. Wacht man etwa regelmäßig zwischen ein und drei Uhr in der Nacht auf ohne wieder einschlafen zu können, so weist das möglicherweise auf eine Leberfunktionsstörung hin. (Grundlage ist hier die mitteleuropäische Normalzeit.)
Den Füßen etwas Gutes tun – den Barfußweg spüren:
Erleben Sie die wohltuende Wirkung des Barfußgehens! Umrunden Sie zweimal das Stundenfeld der Stoderzeit-Organuhr und fühlen Sie die verschiedenen Materialien des Barfußweges – Ihre Fußsohlen empfinden die unterschiedlichen Kies- und Steinoberflächen – rauh, spitz, flach – jeweils anders und diese Stimulation der Fußreflexzonen belebt den ganzen Körper. Gehen Sie einmal auf Zehenspitzen, setzen Sie dann den Fuß bewusst an der Ferse auf und rollen Sie ihn langsam ab. Lassen Sie sich von Ihrem eigenen Tempo leiten, schließen Sie die Augen und begeben Sie sich auf ein „spürbares“ Erlebnis.
Fußparcours – Training für die Füße:
Gönnen Sie Ihren Fußgelenken sowie Fußmuskeln ein kleines Training. Auf dem Balken und dem First werden Ihre Zehen- und Sprunggelenke trainiert, auf den einzelnen Nocken und auf dem halbrunden Stamm stimulieren Sie die Muskeln am Fußballen. Lassen Sie sich überraschen, auf wieviel verschiedene Arten man auftreten kann.
„Man kann das Barfußgehen recht gut ein Zugpflaster nennen, das alle schlechten Stoffe in die Füße zieht und von dort ausleitet…“ Sebastian Kneipp




