Das Fluggerät befindet sich im Rucksack und innerhalb weniger Minuten ist man für einen Flug startklar. Moderne Gleitschirme verfügen über eine elliptische Tragfläche von 20 bis 30 qm, deren Kammern im Flug durch Staudruckluft gefüllt und versteift werden. Der Pilot ist mit dem Schirm über Gurte und Fangleinen verbunden. Zur Steuerung dienen eine rechte und eine linke Steuerleine, die den Kurvenflug ermöglichen. Werden beide Leinen gezogen, verringert sich die Fluggeschwindigkeit. Die Gleitleistung moderner Gleitsegel liegt bei rund 1:8, die Höchstgeschwindigkeit bei 55 km/h. Die normale Fluggeschwindigkeit beträgt etwa 37 km/h. Wie bei Flugdrachen sind auch bei Paragleitschirmen stundenlange Thermikflüge und Streckenflüge von über 100 Kilometern an der Tagesordnung. Der aktuelle Rekord liegt bei 423 Kilometern, aufgestellt im Jahr 2002 vom Kanadier William Gadd in Zapata, Texas.
Wer nicht gleich einen Kurs absolvieren will und trotzdem auf ein Flugerlebnis nicht verzichten möchte, für den ist ein Tandemflug die ideale Variante. Nach einer kurzen Einführung und ein paar Startübungen folgt das obligate: Drei, zwei, eins los und schon gleitet man mit einem Profi-Piloten durch die Lüfte, umgeben von den faszinierenden Felsformationen der Pyhrn-Priel-Region. In Abhängigkeit von der Thermik und den Magennerven des Passagiers landet man nach 20 bis 45 Minuten wohlbehalten im Tal. Paragleiten wird heutzutage mit zahlreichen Freizeit- und Bergsportarten kombiniert. Auch Vereine und Wirtschaftsbetriebe haben diese neue Sportart für Teambuilding-Seminare entdeckt.
Natürlich werden auch Wettkämpfe abgehalten, beispielsweise am Höss: Bei guten meteorologischen Bedingungen gehen dann 80 bis 100 Piloten an den Start – in verschiedenen Kategorien und Klassifizierungen der Gleitschirme wird ein so genannter „Task“ ausgetragen. Bei diesen Tasks wird eine selektive „Flugaufgabe“ gestellt, die je nach Wetterkonditionen eine Strecke zwischen 50 bis 120 Kilometer umfasst. Zur Navigation werden heute modernste GPS-Systeme eingesetzt, die eine umfassende Dokumentation zur Auswertung der Flüge ermöglichen. Nicht das Material entscheidet, ein Durchgang kann bis zu vier Stunden dauern, der Pilot ist ständig gefordert, neue Aufwinde und eine ideale Flughöhe zu finden. Dabei wird er immer wieder mit neuen Witterungs- und Windbedingungen konfrontiert. Damit er Täler queren oder den nächsten Gipfel erreichen kann, braucht es viel Erfahrung, Taktik und vor allem mentale Stärke. Die jeweiligen Tasks werden je nach Schwierigkeitsgrad bewertet, Gewinner des Wettbewerbs ist, wer in Summe die Aufgabe korrekt abgeflogen und dabei Bestzeit erzielt hat.
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Flugschule Hinterstoder
Daniela Altmann
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