Der Name Flötzersteig rührt daher, dass bis Mitte des 20. Jahrhunderts die Flötzer, die das Triftholz auf der Steyr zu den Eisen verarbeitenden Betrieben im Alpenvorland „fletzten“, diesen Steig bereits benutzten. Der damalige Flötzersteig war allerdings nicht so gefahrlos und angenehm zu begehen, wie dies heute der Fall ist. Überreste von abenteuerlich angelegten Trittleitern im Bereich des Strumboding Wasserfalles zeugen von der Gefahr.
Der Kleine Priel (2.136 m) mit seinen gewaltigen Nord- und Ostflanken begleitet den Flötzersteig im ersten Abschnitt. Von der Steyrbrücke in St. Pankraz führt der leicht ansteigende Weg zwischen schattenspendenden Bäumen das Flussufer entlang taleinwärts. So nah an der Steyr tönt das Rauschen des Wassers besonders laut und man nimmt, abgesehen von den Gerüchen, die je nach Jahreszeit von blühenden Blumen, vom modrigen Laub, vom nassen Holz oder von den kleinen Restwasser-Tümpeln in Ufernähe stammen, auch ständig diesen leichten, erfrischenden Luftzug wahr.
Im zweiten Abschnitt, im Ortsteil Tambergau, führt der Flötzersteig vom Fluss weg. Nach rund 1,4 Kilometern auf der Asphaltstraße nähert man sich der Jausenstation Flötzerstube und zweigt kurz danach beim Anwesen Gürtler auf einen geschotterten Weg ab, der wieder direkt zur Steyr führt. Unweit davon befindet sich der spektakulärste Wegabschnitt, an dem man den Strumboding-Wasserfall und seine nasskalte Gischt hautnah erleben kann. Der Blick von den beiden Brücken vor und nach dem Wasserfall lässt erahnen, wie gefahrvoll die Arbeit der Flötzer seinerzeit war. Kurz danach öffnet sich das Tal zum Dorfzentrum von Hinterstoder – die Hälfte des Weges ist geschafft. Neben einer Stärkung in einem der vielen Gasthäuser lohnt ein Besuch im Alpineum, wo man auf eindrucksvolle Weise mehr vom Leben der Flötzer erfahren kann.
Der nächste Abschnitt des Steiges führt über die Polsterlucke bis ins Dietlgut. Lieblich und gemütlich schlängelt sich der Flötzersteig vorbei an Jagdhäusern sowie Bauernhöfen taleinwärts, dem Seitental Polsterlucke entgegen. Dort erwartet den Wanderer mit dem Schiederweiher und den aufragenden Gipfeln des Großen Prieles (2.514 m) und der Spitzmauer (2.446 m) ein weiterer landschaftlicher Höhepunkt. Nun entfernt man sich von der Steyr und durchwandert die Wiesen der Bauernhöfe Polster (Jausenstation Polsterstüberl), Klinser sowie Nicker und nähert sich mit abnehmender Distanz zum Dietlgut der Steyr wieder an.
Am letzten Wegabschnitt öffnet sich beim Dietlgut die Landschaft noch einmal und gibt den Blick auf die hoch aufragenden Felswände in der Dietlhölle frei. Kurz darauf künden die immer näher rückenden Berge das baldige Ende des Tales an, an dessen aufragenden Bergflanken die Steyr als breiter Flusslauf entspringt. Zuvor passiert man allerdings noch die lieblich gelegene Jausenstation Baumschlagerreith, in der ein perfekter Wandertag sein gemütliches Ende findet.
Einstiegspunkte:
Gürtler Gut, Gasthof Steyrbruck, Baumschlagerreith, Bärenalm Parkplatz, Hametner, Spany, Behamvilla, Jaidhauser Au
Einkehrmöglichkeiten:
Gasthof Steyrbrücke, Mostschenke Flötzerstub‘n;
Dorfzentrum Hinterstoder:
Jaidhaus, Sportbuffet, Gasthof Edelweiss, Pizzeria Mamamia, Café Annemarie, Gasthof zur Post, Dorfstub‘n, Café Gollner, Landgasthof Schmalzerhof;
Polsterstüberl, Gasthof zur Polsterlucke, Gasthof Baumschlagerreith




