Man kann sicher sein, dass der Mann, der in der Bronzezeit (ca. 1.000 v. Chr.) auf den Schafkögeln seinen Dolch verloren hat, nicht als Genusswanderer unterwegs war. Der Verlust des kleinen Dolchs, den man 1903 hier gefunden hatte – übrigens als ältestes Fundstück in unserem Gemeindegebiet im Alpineum ausgestellt, war in dieser Zeit – da Eisen und Eisenwerkzeug den Wert von Gold hatten, sicher ein dramatisches Ereignis.
Vom Ausgangspunkt bei der Bergstation des 6er-Sesselliftes Höss-Express folgen wir dem Verlauf der Höss-Runde bis nach dem Schneeofen, wo schon bald die Höss Alpin-Runde Richtung Süden, schafkögelwärts, abzweigt. Wenn man sich auch nicht satt sehen kann an der gigantischen Kulisse, die mit steigender Höhe immer wieder neue Aus- und Einblicke in die umliegende Bergwelt bereit hält, so ist es doch auch ein besonderer Genuss, die Augen zu schließen und die würzige Duftmischung von Bergkräutern, harzigen Latschen und Alpenblumen einzuatmen und dem übermütigen Gezwitscher der Vögel zu lauschen, die sich vom Aufwind, der vom Weißenbachtal heraufströmt, tragen lassen. Das „Klock-Klock“ der Dohlen hört sich an wie ein Anklopfen, lässt einen wieder aufschauen und, wenn man Glück hat, kann man beobachten, wie der Adler majestätisch seine Kreise zieht.
Auch ein kurzer Einblick in die Geologie ist vom Schafkögel aus von Interesse. Zwei Kalkarten verleihen dem Toten Gebirge sein imposantes Erscheinungsbild und sind bestimmend für die unterschiedlichen Felsformationen und Landschaftsformen dieses Gebietes:
Der Dolomit:
Den Sockel der Bergriesen rund um Hinterstoder baut der Haupt- oder Ramsaudolomit auf. Dieses splittrige, von Rinnen, Runsen und Geröll durchsetzte Gestein ist hier in den Nordabhängen zum Weißenbachtal, an der westlichen Geländekante gut zu erkennen.
Der Dachsteinkalk:
Der reine helle Kalk beherrscht die Hochflächen und Gipfelaufbauten des Toten Gebirges. Hier gut erkennbar am Warscheneck im Osten mit seiner typischen Bankung. Schicht auf Schicht scheint der Fels übereinander gelegt.
An der westlichen Geländekante mit den Steilabbrüchen zum Weißenbachtal schlängelt sich der Weg wieder talwärts, um nach 200 Höhenmetern, oberhalb der Aussichtsplattform „Dachsteinblick“, in die Höss-Runde zu münden.
Einstiegspunkt:
Bergstation 6er-Sesselbahn Höss-Express
Einkehrmöglichkeit:
Berggasthof Hutterer Höss




