Stoderblick – Dort, wo sich von Norden kommend das enge, vom Steyr-Fluß durchflossene Tal, plötzlich auf imposante Weise zum Stodertal weitet, dort ragt knapp 300 Meter der Poppenberg empor. Mit seinen 860 Metern erscheint dieser Berg im Vergleich zu den Kalkriesen des Toten Gebirges als Winzling. Gar nicht winzig ist jedoch die Aussicht vom Poppenberg, denn mit seinen nahezu senkrechten Felswänden gleicht er einem natürlichen Balkon über dem Dorf mit atemberaubender Aussicht auf Hinterstoder und seiner eindrucksvollen Bergkulisse. Die Aussichtplattform Stoderblick befindet sich auf der dem Poppenberg-Gipfel vorgelagerten Felsnase und gewährt Einblick in drei Täler: in das Stodertal, das Loigistal und die Tambergau. Erreichen kann man die spektakuläre Plattform über die beiden Rundwanderwege Poppenberg-Runde sowie Stodertaler Panorama-Runde.
Dachsteinblick – Die Hochalm des Hutterer Höss wölbt sich gegen Süden sanft zu den knapp 2.000 Meter hohen Schafkögeln empor. An der Westseite wird das Plateau von den zerklüfteten Felswänden eines Steilabbruches begrenzt. Dort, auf rund 1.900 Meter Seehöhe, direkt an der Geländekante, befindet sich die Aussichtsplattform Dachsteinblick, von der man, wie der Name schon sagt, an klaren Tagen den Dachstein erkennen kann. Hauptattraktion sind jedoch die Bergriesen des Toten Gebirges und der Warscheneckgruppe, die sich auf drei Seiten mit mehr als vierzig 2.000er Gipfeln präsentieren. Gegen Nordost erkennt man das Sengsengebirge sowie das Alpenvorland. Aber auch der Blick ins lang gestreckte Stodertal lohnt sich. Die Aussichtplattform Dachsteinblick erreicht man über die Höss-Rund bzw. die Höss Alpin-Runde.
Beide Aussichtsplattformen wurden als Objekte – oder besser noch als Zeichen – in der Landschaft konzipiert. Weithin sichtbar sollten die roten Stahlquader in der Naturlandschaft des Stodertales eine von Menschen geschaffene, künstliche Struktur sein, ein Gegenpol zur überwältigenden Landschaft – ein bewusst gesetzter Akzent in der Wahrnehmung von Außen, von der Ferne.
Sie besitzen jedoch auch ein wahrnehmbares Inneres. Betritt man die Quader, die sich rund vier Meter über Grund befinden, erlebt man ein überwältigendes Panorama. Dieses Panorama wird allerdings in vier Bilder strukturiert. Der rote Stahlrahmen erzeugt vier Ausschnitte aus der Landschaft, gliedert das Unüberblickbare in kleinere Einheiten, die mehr unseren Sehgewohnheiten entsprechen. Mehr sehen, durch kleinere Blickfelder. Und eben diese Blickfelder werden anhand von Panoramatafeln erläutert – jede Bergkuppe, jeder Gipfel wird nun plötzlich aus der namenlosen Steinmasse gerissen.
Folkloristische Aussichtsplattformen, wie von offiziellen Naturschutzvertretern vehement gefordert, sollen die anderen machen. Hier im Stodertal setzt man auf einprägsame Orte mit Kraft und Charakter, auch wenn das manchmal so gar nicht mit unserem verklärten Bild von der „heilen“ Welt zusammenpassen will. In diesem Sinne entsprechen die beiden Aussichtplattformen Stoderblick und Dachsteinblick voll und ganz dem hinterstoder.pur-Gedanken. Sie passen zu den Menschen ebenso, wie zur Landschaft des Stodertales und gehören damit mehr hierher als man am ersten Blick vielleicht meinen mag.




