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Aktualisiert: vor 22 Stunden 43 Minuten

Claude Debussy (geb. 1862, gest. 1918)

Sa, 05/19/2018 - 13:18
Am 18.Mai 2018 erinnerte Monika Aufner im "KUNST-SchAU-STALL" im Prielergut an den bedeutenden französischen Komponisten Claude Debussy, der vor 100 Jahren verstorben ist.
Seine Musik gilt als Bindeglied zwischen Romantik und Moderne.
Weltbekannt sind die drei symphonischen Skizzen für Orchester "La Mer" die seine besondere Liebe zum Meer zum Ausdruck bringen.

Claude Debussy (1862-1918) . 
Monika Aufner



                                                                       Fotos: Rainer Remsing

Mai im Stodertal

Fr, 05/18/2018 - 11:26
Wie begeistert Besucher des Stodertals schon vor 86 Jahren über unser Tal berichteten, ist in einem Artikel im "Linzer Volksblatt" vom  Mai 1932 nachzulesen, der nachstehend auszugsweise wiedergegeben wird (Rechtschreibung laut Originaltext).

Es geht näher an die steinernen Riesen heran. Die Steyr entlang führt die Straße nach Klaus, Steyerling. Ein schmales Tal führt hinein in die Bernerau, Holz duftet, Enzian blüht. Hier wird die Gegend romantisch. Und dann  - wieder heraus auf die Reichsstraße nach Diernbachstoder, das Stodertal hinein.Hinterstoder: Das Herz dieser Gegend. Ganz nahe schon die Berge. Der große Priel, der Ostrawitz und wie sie alle heißen. Ein Paradies für Schifahrer, der ideale Ausgangsort für sommerliche Touren, eine Urlaubszuflucht, die dem Fremden alles bietet, was er verlangen kann. Für Quartier und Nahrung ist reichlichst gesorgt. Wohnräume findet man hier, wie man sie schöner nicht im konfortablen Großstadthotel finden könnte. Würzige Luft. Es duftet nach Seidelbast und Petergstamm. Wunderbar der Abend in diesem Tal, das so glücklich weites Tal mit bequemen Spaziergängen mit dem zum Greifen nahen Hochgebirge verbindet. Wunderbar lag die Landschaft im Mondlicht da. Schön auch war der morgendliche Gang vom Dietlgut heraus in den Ort. Ein österreichisches Juwel, dieses Hinterstoder!Dann ging`s auf schmaler Bergstraße hinauf nach Vorderstoder, das herrlichen Blick auf das Bergpanorama bietet. Das ist ein Platz für solche, die Einsamkeit lieben und Naturnähe. Nun senkte sich der Weg. Herunter gings nach Pichl, Pießlingursprung. Hämmer dröhnten im Sensenwek. Jetzt weitet sich das Tal, Windischgarsten naht, wir fahren durch nach Spital. Auch dort freundlicher Empfang. Musik, Kinder spenden Blumen. Eine Sehenswürdigkeit die alte Leonardikirche, die Unterkirche, die aus den Felsen wächst, die Oberkirche, die auf dem Felsen thront. Ein stimmungsvoller Friedhof umschließt sie. Spital hat als Wintersportplatz einen guten Namen und bietet auch Sommers den Fremden viel. Auch hier - wie überall da wir waren - eine Bevölkerung, die den Fremden an sich fesseln.















    

Mariensingen-Bezirksandacht der Goldhauben und Bauern in Steinbach an der Steyr

Fr, 05/11/2018 - 12:05
Am vergangenen Freitag, 10.5.2018, war in der Pfarrkirche von Steinbach an der Steyr das Mariensingen anlässlich der Bezirksmaiandacht. Eine wunderschöne Veranstaltung, organisiert von den Obfrauen der Goldhauben- und Bauerngruppen des Bezirkes.
Pater Franz Ackerl, OSB, umrahmte das Ganze, musikalisch untermalt wurde die Andacht von der Stoder-Saiten-Musik  und dem Ensemble Greimel.
Im Verlauf des Abends wurde unsere ehemalige Obfrau Brigitta Schwarz zur Ehrenobfau der Goldhauben-, Hut- und Trachtengruppe Hinterstoder ernannt. Zu den Gratulantinnen gehörten LAbg und Goldhaubenobfrau von OÖ Martina Pühringer, Bezirksobfrau Marianne Hochmayr und Stellvertreterin Hermine Schmid, sowie die ehem. Bezirksobfrau Maria Enzendorfer.









                                                         Fotos und Text: Margit Wright

Gedanken zum Frühling und der Liebe

Fr, 05/04/2018 - 12:19
Die Stodertalerin Olga Habe (geb. 1965, gest. 1998) hat uns aus ihrem viel zu kurzen, 33jährigem Leben, berührende Gedichte, wie das nachstehende, hinterlassen. 
Jahreszeiten einer Liebe
Wenn sich zwei Menschen erstmals sehen,beginnen sich gleich zu verstehen,ein jeder streckt die Fühler aus, schlüpft vorsichtig aus sich heraus.Beginnen Keime zart zu sprießenund gegenseitiges Genießen.
Der Frühling einer Partnerschaft- ein Reiz von ganz besondrer Macht.
Sie sind sich der Gefühle klar,sie lieben sich, wie wunderbar.Sie wolln sich öftersmöglich sehen,soll immerfort so weitergehen.Kein Wölkchen ihre Sonne trübt,nur Hochgefühl, weil man sich liebt.
Der Sommer ist die Blütezeit- voll Sonnenschein und Sicherheit!
Sie gehn gemeinsam durch das Leben,gewöhnt ans Nehmen und ans Geben.Man ist sich vollkommen vertraut,zusammen man die Zukunft baut.Gibt es auch manche Nebeltage,mit Liebe meistert man die Lage.
Der Herbst, er ist die Erntezeit- für das was man vollbracht zu zweit.
Das Leben hat sich eingespielt,die Liebe merklich abgekühlt.Die Sonne scheint viel seltener,doch dafür wärmt sie umso mehr.Nun müssen sie einander stützen,und vor der Eiseskälte schützen.
Hüllt man die Liebe sorgsam ein,wird auch der Winter reizvoll sein.
Aus dem Buch "Gefühle" - Ein lyrisches Lebenswerk - von Olga Habe. 
Frühling im Stodertal










Maibaum aufstellen mit dem "Feitlclub Frauenstein"

Do, 05/03/2018 - 14:34
„Feitl auf“ heißt es beim alljährlichen Aufstellen des Maibaumes in Frauenstein, wo sich die Mitglieder des "Feitlclubs Frauenstein" beim  Gasthaus Forsthub treffen. "Feitl", sind die einfachen, traditionellen Taschenmesser der bäuerlichen Vorfahren, die seit Jahrhunderten in dieser Gegend produziert werden.
Hier wird der Maibaum noch traditionell, mit Schwoabeln (Stützstangen)  gesetzt. Traktor und andere maschinelle Einrichtungen, wie es sonst meist schon üblich ist, werden nicht verwendet.
Am Vortag werden die Kränze zur Dekoration aus Fichtenreisig von den Mitgliedern gebunden und mit bunten Bändern geschmückt. Der Baum wird  geschöpst (entrindet) und streng bewacht. Er darf auf keinen Fall  in der Nacht, wie es hier üblicher Weise der Brauch ist, von Nachbarn gestohlen werden.
Das eigentliche Setzen kann schon  ein paar Stunden dauern und an den Kräften der fleißigen Burschen zehren. Abgerundet wird das ganze mit Speis und Trank, natürlich ist auch für musikalische Umrahmung gesorgt.

Feitl (Taschenfeitl)





                                                            Fotos und Text: Margit Wright

Feuerwehrmesse und Dienstjubiläum in Hinterstoder

So, 04/29/2018 - 12:56
Zu Ehren des heiligen Florian, des Patrons der Feuerwehren, feierte am 29.4.2018 die Feuerwehr Hinterstoder eine heilige Messe  und alle Teilnehmer an der Messe ehrten zum 10jährigen Dienstjubiläum unseren Pfarrer Dr.Gerhard Hackl. Musikalisch begleitete die Feier das Bläserensemble der Trachtenmusikkapelle.







Fotos: Margit Wright

Der Luftschiffer Joseph Wibmperger aus Spital am Pyhrn

Do, 04/26/2018 - 21:43
Den Brüdern Joseph und Jacques Montgolfiere aus Frankreich gelang 1783 die erste Luftfahrt mit einem Heißluftballon.
Knapp 40 Jahre später experimentierte der aus Spital am Pyhrn stammende Joseph Wibmperger mit Heißluftballons, verbesserte sie und führte vor zahlreichen Zuschauern seine Ballonfahrten vor.
Alte Zeitungsberichte, wie dieser auszugsweise wiedergegebene Artikel aus dem "Österreichischen Bürgerblatt" vom 20. August 1824 und der "Brünner Zeitung" vom 27.6.1825 (im Originaltext)  erzählen von seinen Flugkünsten. Die alte Schreibweise und Rechtschreibung wurden weitgehend beibehalten. Der Artikel vom Flug bei München wurde etwas gekürzt.



                                               Der Luftschiffer Joseph Wibmperger
Joseph Wibmperger, in der Blüthe seines Alters, ist Sohn eines Secretärs im Kloster Spital am Pyhrn, Oberösterreich im Traunkreise und hat in vier Schulen studiert. Dann hat er sich der Erlernung der Buchhandlung und sodann dem Schauspielerstande und der Decorationsmahlerey gewidmet. Seit zehn Jahren hat ihn ein unwiderstehlicher Drang zur Verfertigung der Luftballons hingetrieben. Er studierte etwas Physik und Chemie, las mehrere Bücher über diesen Gegenstand und so hat er seit zehn Jahren mehr als fünfzig Ballons als Versuch in die Luft geschickt, von welchen einer zwanzig Schuh (1 Schuh oder Fuß ist 30cm) im Durchmesser in Gegenwart Sr. k. Majestät von Bayern, den 5. September 1822, während der Jagd zu Berchtesgaden, in die Luft steigen ließ, ein anderer aber war bereits den 25. Juli 1821 in den Mondsee gefallen.  Endlich brachte er  die Construction seiner Luftmaschine durch genaue Berechnungen ihrer Größe und der dazu erforderlichen verdünnten Luft so weit, dass er es wagen konnte, selbst damit in die Luft zu fliegen.Dieses geschah den 17. Oktober vorigen Jahres in Salzburg, wo er dreiviertel Stunden in der Luft blieb und sich nach dem Zeugnisse des k.k. Professors der Mathematik, Hr. Simon Stampfer (dessen Hülfeleistung in diesem Geschäfte er mit besonderem Danke erkennt) 10.000 Schuhe über die Meeresfläche erhoben hat.Am 26. Oktober v. J. blieb er ebenfalls drei Viertelstunden in der Luft und erhob sich auf eine Höhe von 9000 Fuß. Diese beiden Mal, wo er die höchsten Gebirge unter seinen Füssen hatte, kam er mit seinem Ballon auf Bäume herunter, von welchen er glücklich herabgekommen ist.Eine weitere persönliche Luftfahrt versuchte er in Gegenwart einer großen Menschenanzahl aus allen Ständen den 9. und 18. Dezember vorigen Jahres. Am 21. Dezember war ein günstiger, windstiller Tag, wo in Gegenwart mehrerer hundert Zuschauer, der Ballon nach einer verbesserten Art des Montgolfiers  gefüllt, der eiserne Gitterkorb mit der zweiten brennenden Masse und einer eisernen Schüssel unten in den Trichter mit neun Ketten eingehängt und endlich der Korb, der mit dem  Luftschiffer-Künstler an den untersten zweiten Reifen des Trichters mit sechs Stricken wohl befestigt worden ist. Sanft erhob sich um halb zwei Uhr der Ballon, machte in der Luft gleichsam eine Runde um die Stadt, begrüßte die königliche Residenz in München und fuhr Feuer und Asche aussprühend, gleich dem feurigen Elias immer höher und höher in die Luft, bis das Feuer erlöschte und die atmosphärische Luft nach und nach eindrang, den Ballon schwerer machte und sich um drei Uhr auf einem Felde, unfern des Dorfes Aschheim auf der Erdinger Straße wieder herunter ließ. Der Künstler stieg aus seinem Korb heraus, übergab den Ballon, der sich noch halb gefüllt, wie ein Sterbender auf dem Boden wälzte, einigen Bauern und eilte in das Dorf, woselbst ihm der Herr Pfarrer, und der Bürgermeister jederzeit bezeugen werden, dass weder Glut, noch Asche mehr in dem Eisengitter-Korb vorhanden waren, und dass der Ballon vom Feuer unversehrt herunter gekommen ist.Der Herr Oberfinanzrat Ritter v. Pelin hat den Ballon, nebst allen seinen Bewegungen, von seinem Hause aus mit seinem Tubus (Fernrohr) auf das genaueste beobachtet, die erstiegene Höhe auf 7 bis 8000 Fuß berechnet und ist dem Künstler so, wie das erste Mal, zu Fuße auf das freundschaftlichste entgegen geeilt. Letzterer berechnete, laut des Thermometers, den er bei sich hatte, die damalige Kälte in den oberen Regionen auf zehn Grad, so dass von den Luftblasen, die er an seinem Schwimmgürtel hatte, eine aufgeplatzt ist. Die Meerschweinchen, die er in einem Korbe mit sich führte, wurden mittels des Fallschirms (74-80 Quadrat-Schuhe Flächeninhalts) glücklich herunter gelassen.Der Künstler hat sich durch seine Luftfahrt wegen seiner bewiesenen mutvollen Entschlossenheit und wegen der Geschicklichkeit und Umsicht, womit er das ganze angeordnet hat, den vollkommendsten Beifall erworben.

Zeitungsausschnitt von 1825                              Heute ist die Ballonfahrt zu einem beliebten Sport geworden.



  

Eine Wilderertragödie vor rund 106 Jahren aus der Gegend des Gleinkersees

Do, 04/19/2018 - 21:05
Am 14. Jänner 1912 berichtete das "Salzburger Volksblatt" von einer Wilderertragödie, die sich in den Wäldern oberhalb des Gleinkersees zugetragen hat.Durch das Wildern in herrschaftlichen Revieren trachteten oft junge, mutige Burschen, die aus Not karge Kost in ihrer Familie aufzubessern. Obwohl Wilddiebstahl streng verboten war, galt ein Wilderer bei vielen armen und "kleinen Leuten" als mutig, furchtlos und einer, "der es denen da droben schon zeigte." Er konnte sicher sein, dass sein Wildern niemals verraten wurde.Mitunter entstanden auch gefährliche Situationen wie in dem Zeitungsartikel berichtet wird.
In St. Pankraz, gleich gegenüber, an der Einfahrt in das Stodertal, ist ein interessantes Wilderermuseum das Interessierte besuchen sollten. 
Gleinkersee

Aus Tagespost Linz am 7.12.1911



Die Steyrer Zeitung berichtet aus dem Schwurgericht Steyr am 16.12.1883

Do, 04/12/2018 - 22:53

Ganz alte Hinterstöderer wußten noch, aus Erzählungen ihrer Vorfahren, die Geschichte von einem Taglöhner, der irrtümlich einen Burschen erstochen hat und sich gleich als er es erkannte bei seinem Opfer dafür entschuldigt hat. Da war es aber schon zu spät. Nachstehend der Bericht dazu in der Steyrer Zeitung vom 16.12.1883.
  Der 24 Jahre alte ledige Taglöhner zu Mitterstoder Johann Bieda saß wegen des Verbrechens des Totschlags auf der Anklagebank.Der Anklageschrift entnehmen wir hierüber Folgendes:Am 28. Oktober 1883 sollte zu der zum Stögergute (Stegergut) des Johann Hotz in Hinterstoder gehörigen "Haarstube" gebrechelt werden (Flachs zu Leinen verarbeiten). Mehrere Burschen von Hinterstoder, darunter der Bauernknecht Franz Baumschlager, trugen für die Dirnen (Mägde) die Brechelmaschinen in die Haarstube, in der sich bereits der Hüttlersohn Anton Prieler und Johann Bieda eingefunden hatten. Als Baumschlager des Bieda ansichtig wurde, schimpfte er denselben, weil dieser dem Stögergutsbesitzer Hotz angeblich mitgeteilt hatte, dass er des Nachts Besuche bei dessen Magd mache. Bieda entfernte sich bald darauf aus der "Haarstube"und ging gegen das Stögergut, wo er als Taglöhner bedienstet war, ohne weiter etwas zu sagen. Prieler folgte ihm aber auf dem Fuß nach, trotzdem er von Baumschlager vor Bieda gewarnt wurde und räusperte sich in sehr auffälliger Weise so lange er hinter Bieda ging. Wie nun der Besitzer des Stögergutes Johann Hotz angibt, hörte er damals seinen Taglöhner Bieda rufen: "Lasst mich gehen, ich steh sonst für nichts gut". Gleich darauf schrie einer zum Vorhaus hinein: "Stöger, deinen Knecht hat einer gestochen." Als Bieda in das Haus kam rief er fluchend: "Heut ist`s mir schon alles eins, weil ich schon gar keinen Frieden haben kann, wenn ich auch einen erstochen hab`". Baumschlager, der dem Prieler nachging hörte, als dieser und Bieda schon nahe dem Stall waren, den Bieda rufen, ohne zu vernehmen was derselbe schrie und gleich darauf kam Prieler mit den Worten zurück: "Aus ist`s mich hat er gut gestochen". Prieler ging noch ein paar Schritte und fiel dann tot zu Boden. Sein Tod erfolgte nach dem gerichtsärztlichen Gutachten durch Verblutung, indem durch ein spitzes Messer die linke Halsschlagader unter dem Schlüsselbein durchschnitten war. Der Stich war mit großer Heftigkeit geführt worden.Johann Bieda - der nach seiner blutigen Tat floh, sich aber bald darauf selbst stellte - war, wie in der Voruntersuchung so auch vor dem Schwurgericht seiner Tat vollkommen geständig, nur behauptet er, seine Verfolger (Baumschlager und Prieler) hätten ihn in der Mitte gehabt und einer habe ihn mit der Achsel gestoßen, der andere ihn am Rock gezupft. Er will keinen der Beiden gekannt haben und erst als laut geschrien wurde, sei er zur Kenntnis gekommen, dass es Prieler sei, den er getroffen habe. Er sei schauerlich in Zorn gewesen und habe kaum gewusst was er tut. Auf Vorhalt des Herrn Präsidenten, daß nach den Aussagen aller Anton Prieler ein sehr gutmütiger, fröhlicher und harmloser Mensch gewesen sei, den alle gern hatten, der niemand etwas zu Leide getan hat, brach der Angeklagte in heftiges Schluchzen aus und beteuerte: Er habe den Prieler um den ihn sehr leid tue, nicht umbringen wollen und überhaupt nicht gewusst nach wem er stach. Bei dem offenen Geständnis des Angeklagten (dessen Leumundszeugnis dahin lautet, dass er roh und gewalttätig sei) beschränkte sich der Herr Verteidiger in seinem Plädoyer wesentlich auf Geltendmachung der zu Gunsten des Angeklagten sprechenden vielfachen Milderungsgründe, so dessen heftiger Charakter, das fortwährende Reizen, die vielfache Verhöhnung, die gänzlich mangelnde Absicht zu töten, das umfassende Geständnis usw. - Die Geschworenen gingen ihrerseits noch weiter und verneinten nach längerer Beratung mit 8 gegen 4 Stimmen die Frage ob Bieda des Totschlags schuldig sei. Dieser wurde darauf vom Gerichtshof freigesprochen und sofort aus der Haft entlassen.  
Die alte "Haarstube" links (gibt es nicht mehr), rechts die Stegerkapelle ca.1880.


Die Steger Kapelle ca.1950                                                                                                  Gemälde von Dr. Wladimir Iwasiuk

Eine Geschichte von Sommerfrischlern 1919

Fr, 04/06/2018 - 14:01
Wie gewisse Sommerfrischler sich bei den Einheimischen unbeliebt machen, darüber berichtete das "Linzer Tagblatt" und "Die Arbeiter Zeitung" im August 1919.
Nachstehend der Artikel:
Mit welchen Mitteln die reichen Wiener arbeiten, um sich den Sommeraufenthalt bei uns in Oberösterreich zu erzwingen und recht gemütlich zu gestalten, zeigt deutlich folgendes Geschichtchen aus Hinterstoder:So wie schon seit mehreren Jahren wollte auch heuer wieder die Familie eines frisch geadelten Millionärs, die immer ein großes, modern hergerichtetes Bauerngut der Jagdbesitzerin und ehemaligen Gräfin R. bewohnte, hierher kommen. Sie richtete ein Ansuchen an die Gemeindevorstehung, das jedoch trotz einer in diesem Falle, zugesagten Spende von 1000 Kronen für die Ortsarmen vom sozialdemokratischen Ernährungsausschuß glatt abgelehnt wurde, da die Angehörigen dieser Familie immer auch noch einen ganzen Troß von Dienstboten mitbrachten und als arge Hamsterer weit und breit bekannt und gefürchtet waren (voriges Jahr wurde ihnen zum Beispiel bei der Abreise eine ganze Kiste mit Butter und Fett etc. auf der Station draußen konfisziert!) so ist der Beschluß gerecht und lobenswert; die Sozialdemokraten (Tischlermeister Dietl sen., Zimmermann Thaller, Maurer Klausner und Schuhmachermeister Grabner) hatten sich damit um das ganze Tal, besonders aber um die kleineren bedürftigen Leute verdient gemacht. Zur Charakteristik dieser Sommerfrischler muß erwähnt werden, daß sobald sie angekommen waren, mit dem gleichen Tage auch schon nichts mehr zu bekommen war. Eigene Leute wurden herumgeschickt bis über Vorderstoder hinaus, die alles aufkauften und bei Erfolg reichlich entlohnt wurden. Alles Geflügel wurde zusammengekauft, der Herr Pfarrer lieferte sogar ein Jungschwein um 1700 Kronen, Butter brachten die Bäuerinnen in ihrer Profitgier in Körben auf dem Kopfe am helllichten Tage und wurden dafür natürlich mit allen möglichen Geschenken und Tabak bedacht. Eier, Schwämme und Waldbeeren, alles wurde den Herrschaften gebracht; die Waren wurden natürlich zu Wucherpreisen verkauft und auch gern bezahlt. Das Geld spielte dabei eben keine Rolle. Die Familie schwelgte geradezu in allen möglichen Genüssen. Sie erhielt acht bis zehn Liter Milch täglich und litt an Wildbret und Forellen auch keinen Mangel. Schon beim Frühstück  bog sich sozusagen der Tisch, wie eine Angestellte unliebsamer Weise ausplauderte; Schinken und andere Delikatessen wurden aufgetragen und nach diesem Muster gings natürlich  auch bei den Hauptmahlzeiten zu, man aß sich manchmal einfach durchs ganze Tierreich (Fisch, Geflügel, Braten etc.) hindurch. Der Mann war, daß muß der Wahrheit gemäß gesagt werden, sanft, ein ganz sympathischer Charakter, der auch nebenbei manches für die Gemeinde tat. Er kam meistens nur kurz zu Jagdzwecken herein, während sich der desto arroganter auftretende Herr Sohn recht unliebsam bemerkbar machte, indem er es für angemessen hielt, sich in dieser schweren Zeit auch noch Reitpferde hereinkommen zu lassen, was in so einem kleinen armen Dorf und unter der abgerackerten und ausgeschundenen Arbeiterbevölkerung natürlich gerechtes Ärgernis ertragen mußte. Die Pferde wurden mit Hafer und Heu gut gefüttert, während manche Leute oft kaum Futter für ihre einzige Ziege aufbringen konnten. So werden auch in weltentlegenen, kleinen, friedlichen Orten den Leuten langsam die Augen geöffnet und nun findet der Beschluß, die Leute nicht mehr hereinzulassen, allgemein Billigung....So treiben es eben gewisse Wiener und mehren die Abneigung des Landes gegen Wien....  





Veranstaltungen in Hinterstoder

Do, 04/05/2018 - 17:27
Julia Körber von der Gemeinde Hinterstoder informiert:


Die Geschichte vom Osterhasen Adolar

Fr, 03/30/2018 - 13:24
Am 27. März 1929 war in der "Tages Post" und im "Tiroler Anzeiger" die Geschichte vom Osterhasen Adolar zu lesen. Seither sind rund 90 Jahre vergangen, genug Zeit um sich daran zu erinnern.


Palmsonntag 25. März 2018 in Hinterstoder

So, 03/25/2018 - 13:43






                                                     Fotos: Margit Wright ("Salmer")

In einem schneereichen Winter, im März 1878, wurden Gemsen von Holzarbeitern gefangen.

Fr, 03/23/2018 - 15:17
Blitzschnelle Kletterkünstler wie Gemsen in freier Natur mit bloßen Händen zu fangen ist fast unmöglich.Wenn es einmal doch gelang berichtete die Zeitung darüber.
Am 27. März 1878 konnte man in der Zeitung "Vaterland" über gefangene Gemsen in der Nähe des Dietlguts lesen. Damals lag im März noch fünf bis 7 Fuß hoch (1,50 m bis 2,10 m) der Schnee in Hinterstoder. Die Zeitung berichtete im Originaltext:

Gemsenfang. Über den ungewöhnlichen Schneefall der letzten Wochen geht uns aus Hinterstoder, einem der entlegensten  Gebirgsthäler Oberösterreichs, folgende Mittheilung zu. Kaum eine Viertelstunde entfernt von einem dortigen Bauernhause, dem sogenannten "Dietlgute", wurden zwei Gemsen lebend gefangen. Die erste am 19. März gefangene, war offenbar krank, sie kam während der Mittagspause auf einen Platz, wo Holz gearbeitet wurde, und ließ sich ohne Widerstand von den zurückkehrenden Holzarbeitern ergreifen und zum Bauernhause tragen, wo sie bald verendete. Die zweite hingegen, ein sehr starker und kräftiger Bock, wurde am nächsten Tage von einem Jagdhunde, der den Jäger eben zu diesem Holzplatze begleitete, aufgejagt, diese Gemse stellte sich sofort zum Kampf mit dem Hunde und setzte sich so energisch zur Wehre, dass der Jäger erst Holzarbeiter zu Hilfe rufen musste, von denen die Gemse ergriffen und gleichfalls zum Hause gebracht wurde. In einem Stalle lebt sie dort und soll sehr ungeberdig sein; doch ist bereits die Freilassung des edlen Thieres, sobald es die Witterung ermöglicht, von dem Revierbesitzer (Dr. Hagenauer) telegraphisch verfügt. Das Vorkommniß erklärt sich eben daraus, daß der Schnee bei dem erwähnten Bauerngute fünf, nur wenig abseits sieben Fuß hoch liegt.

     Gemse                                                                                             Gemälde: Oberförster M. Rieger 

Veranstaltungen in Hinterstoder

Sa, 03/17/2018 - 11:53
Julia Körber von der Gemeinde Hinterstoder informiert:





Am 10. August 1945 wurde der Nationalsozialistische Parteiführer August Eigruber in St. Pankraz verhaftet

Fr, 03/16/2018 - 12:04
August Eigruber (geb. 1907 in Steyr, gest. 1947 in Landsberg) war Reichstagsabgeordneter der NSDAP, Gauleiter und Landeshauptmann von Oberösterreich.
Heuer, 2018, erinnern alle Medien in Österreich an die Gründung der Republik vor 100 Jahren und an den Anschluss an Deutschland 1938 unter den Nationalsozialisten vor 80 Jahren.1939, bald nach dem Anschluss an Deutschland begann der furchtbare 2. Weltkrieg, der bis 1945 dauerte und Millionen Tote und unzählige zerstörte Städte und Dörfer hinterließ.Als 1945 Deutschland kapitulierte und viele ehemalige Nationalsozialisten nichts mehr von ihrer Partei wissen wollten, begann die Jagd der Siegermächte USA, Frankreich, Großbritannien und Russland auf ranghohe NSDAP Parteiführer und Kriegsverbrecher. August Eigruber, der ehemals mächtige Parteiführer in Oberösterreich, versteckte sich auf  Almen in  unserer Gegend und wurde auf seiner Flucht am 10. August 1945 in St. Pankraz von einer US-Einheit verhaftet. Nachstehend der Originalartikel über die Verhaftung aus den Oberösterreichischen Nachrichten vom 13. August 1945.St. Pankraz, Der früherer Gauleiter von Oberösterreich, August Eigruber, wurde am 10.August 1945 um 10.20 Uhr in St. Pankraz bei Kirchdorf von einer amerikanischen Gruppe, die Oberstleutnant Floyd Snowden kommandierte, gestellt und verhaftet.Oberstleutnant Snowden war es bekannt, dass Eigruber mit seinem Auto durch St. Pankraz kommen werde. Snowden täuschte daraufhin mit seinem Wagen einen Autounfall vor, durch den dem Eigruberischen Wagen die Straße verlegt wurde. Der Wagen Eigrubers wurde sodann angehalten. Eigruber ging in die Falle, stieg aus und wurde im gleichen Augenblick gefesselt und verhaftet. Um einen Selbstmord zu verhindern, nahm man ihm sofort sein falsches Gebiss heraus. Sie legten Eigruber gleich Handschellen an. Ein begleitender "Sicherheitsgardist" versuchte Widerstand zu leisten, wurde dabei aber überwältigt und niedergeschlagen.
- Hohe Parteifunktionäre, wie auch der Reichsführer SS Himmler (gest. 23.Mai 1945) und Reichsmrschall Göring (gest. 15.Oktober 1946) starben durch Suizid an einer in den Zähnen  versteckten Giftkapsel. - Eigruber, sein Begleiter und sein Fahrer waren bewaffnet. Der "Sicherheitsgardist" und der Fahrer wurden gleichfalls in Haft genommen. Eigruber sagte, wenn er imstande gewesen wäre, hätte er sich entweder aus der Affäre "herausgeschossen" oder sonst Selbstmord verübt.August Eigruber, der 38 Jahre alt ist, sieht aus wie ein 55jähriger Mann und ist stark abgemagert, er ist aber noch arrogant wie früher. Er sagt, dass er sich in der letzten Zeit buchstäblich von Haus zu Haus und von Hütte zu Hütte durchschlagen musste. Er erklärte bei seiner Verhaftung weiter, dass er "Nationalsozialist war und bleiben werde".Es ist bekannt, dass Eigruber ein persönlicher Freund und Vertrauter Hitlers war, der den "Führer" als einen der ganz Wenigen sogar mit dem Vornamen ansprechen durfte. Seit 1923, also seit seinem 16. Lebensjahr, gehörte Eigruber der NSDAP an.
Von den Alliierten wird Eigruber als größerer Kriegsverbrecher betrachtet.

"Ich weiß, dass ich in den Augen der Alliierten ein Kriegsverbrecher bin", sagte er zu den ihn verhörenden Offizieren der Militärregierung. Für sein eigenes Verhalten in der Gegenwart und in der Vergangenheit hatte er keinerlei Entschuldigungsgründe anzuführen.

August Eigruber wurde am 28. Mai 1947 in Landsberg hingerichtet.


August Eigruber

Die Straße ist viel zu breit

Fr, 03/09/2018 - 13:38
1926 bis 1931 wurde die Landstraße in das Stodertal erneuert und verbreitert. Touristen entdeckten Hinterstoder und immer mehr Autos befuhren die schmale Straße. Eine bessere Zufahrt in das Stodertal war unbedingt notwendig geworden.Nicht alle waren damit einverstanden, berichtete in seinen Mundartgedichten "Koazadö Geschichten" (lustig, boshafte Geschichten) Oberlehrer Karl Seuffert.

"D´Straß is viel z`broat". (Die Straße ist viel zu breit)
Damit das Gedicht besser verstanden wird, wurde es, so gut es geht, in die Umgangssprache übertragen. (Ich schicke aber gerne, auf Wunsch, den Originaltext per Mail.)
Unsere neue Straße in das Stodertal,hört man, loben viele Leute,für alle die jetzt fahren können oder gehen müssen,ist das eine Freude.
Wenn man zurückdenkt an die Zeit vor vor 35 oder 40 Jahre,wie es dort eng und steinig gewesen ist,da war das Gehen und Fahren immer eine Gefahr.
Wenn zwei Fuhren bei der Stromboding zusammen gekommen sind,dann haben sie sich fast nicht zu helfen gewußtdie Fuhrleute haben oft gejammert und geschimpftfast genau so wie ein Antichrist!
Doch wenn jetzt ein Autofahrervon der Landstraße hereinfährtlacht er, denn unsere Straßeist jetzt ganz eben und schön breit.
Doppelt so breit ist es jetzt gegen früherund glatt und eben wie ein Nudelbrettund wenn jetzt zwei Fuhren zusammen kommenist das Ausweichen kein Problem.
Aber der Bauer vom Baumschlag,der ist gegen die neue Straße-und man muß es auch verstehen.Er füttert gerne ein bisschen nass.- (trinkt gerne)
Und wenn ihm danach ist, dann trinkt ereinfach weil es sein mussund - Leute - dumm ist der Mann bestimmt nicht,was er sagt hat Hand und Fuß!
Kürzlich einmal, in der Nacht, im Gasthof Jaidhaussind wir auch beisammen gesessenund wie die Straße wiedereinmal gelobt wirdfangt er zum Reden an:
"Hört mir auf mit eurer neuen Straße!Ihr wisst, das ich sie nicht will!Ja wenn man fahren kann, wird sie ja gut sein.aber zum Gehen ist sie wohl eine Plage!
Früher habe ich vom Jaidhausnach Hause ziemlich genau eine Stunde gebraucht.Aber seit die Staße doppelt so breit ist,brauche ich auch die doppelte Zeit...!"
(Wenn er nach dem Gasthausbesuch im Zick-Zackkurs heimwärts geht).





Bürgermeister in Wien oder in Hinterstoder?

Fr, 03/02/2018 - 13:51

Eine Karikatur in der Zeitung "Freiheit" vom 21. November 1929 zeigt den damaligen Wiener Bürgermeister Karl Seitz (geb. 1869, gest.1950) im Gespräch mit dem Chefredakteur der "Arbeiterzeitung" Friedrich Austerlitz und dabei meinte der Bürgermeister von Wien: "Wenn ich in Wien abdanken muss, kann ich noch immer Bürgermeister in Hinterstoder werden".Offensichtlich hatte schon damals Hinterstoder und das Stodertal für Ruhe und Erholungssuchende große Sympathien geweckt.
Bürgermeister Karl Seitz 


                                                                                                                   Fotos: Wikipedia

1931 wurde eine Eishöhle in Hinterstoder entdeckt

Fr, 02/23/2018 - 14:18
Am 12. September 1931 berichtete die "Tages-Post" von dieser Eishöhle. 





Wilhelm Freiherr von Schwarz-Senborn, Ehrenbürger von Windischgarsten

Fr, 02/16/2018 - 12:08

Wilhelm von Schwarz-Senborn (geb. 1816, gest. 1903) war Generaldirektor der Weltausstellung 1873 in Wien  und Gründer des Heimatmuseums in Windischgarsten. Hier, in der Pyhrn-Priel Region verbrachte er seine Freizeit und seine Urlaube.Freiherr von Schwarz-Senborn war Wirtschaftsfachmann und Diplomat. Er förderte die Volksbildung durch die Gründung von Bibliotheken und Vereinen.
Für die Weltausstellung in Wien ließ er im Wiener Prater als Ausstellungsgebäude die Rotunde errichten, die später im Jahr 1937 einem großen Brand zum Opfer fiel.

Wilhelm Freiherr von Schwarz-Senborn
Weltausstellung 1873 in Wien
Rotunde
Rotunde
Rotunde
 Karikatur vom umtriebigen Freiherrn von Schwarz-Senborn
Brand der Rotunde 17.9.1937
Museum Windischgarsten

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